Der Malwettbewerb entdeckt und motiviert seit 50 Jahren junge Talente an Schulen

13 06 2018

Eröffnung Malwettberwerb 1978

 

Mit der Preisverleihung am 13. Juni begann die Jubiläumsausstellung im Donau-Einkaufszentrum Regensburg / Ein eigenes Logo zum Geburtstag

1968 trieb die Polizei in Berlin protestierende Studenten auseinander, während in Vietnam Napalm-Bomben fielen. Die dramatischen Bilder wurden in der Bonner Republik erstmals in Farbe ausgestrahlt, als Kanzler Willy Brandt mit einem symbolischen Knopfdruck die neue TV-Ära startete…

Während die meisten Deutschen zunächst allerdings noch in Schwarzweiß-Röhren schauten, überraschten die Teilnehmer/-innen beim ersten Wettbewerb „Regensburger Jugend malt und zeichnet“ das regionale Publikum mit einer Fülle an Kreativität und Farben. Die europaweit einmalige Aktion, von den damaligen Geschäftsführern im Donau-Einkaufszentrum Regensburg, Dr. Johann und Max Vielberth, ein Jahr nach der Eröffnung des Shopping Centers gemeinsam mit Rupert D. Preißl (Vorsitzender Berufsverband Bildender Künstler/BBK), dem Kulturamt der Stadt, kunstsinnigen Kaufleuten und engagierten Pädagogen ins Leben gerufen, entfaltete eine nachhaltige Wirkung.

„Damals waren keineswegs alle Schulen sofort begeistert“, erinnerte sich Mentor Max Vielberth bei einem Interview für den kommenden „Regensburger Almanach“. „Es hat natürlich einen gewissen Druck auf die Kunsterzieher erzeugt, die Ergebnisse aus ihrem Unterricht gegenüberzustellen.“ Doch die positiven Stimmen und Effekte überwogen bei weitem. Im Rückblick ist Vielberth stolz auf die Qualität und Vielfalt, die der Wettbewerb seit Jahrzehnten offenbart. Es sei schön, dass er – oft spontan – immer wieder von ehemaligen Teilnehmern und Gewinnern  angesprochen werde.

Unzählige Schüler wurden aktiv in das kulturelle Leben eingebunden, Generationen von Eltern für den Wert der Kunsterziehung sensibilisiert, Millionen von Ausstellungsbesuchern angesprochen. „Es gab und gibt immer wieder Versuche, ähnliche Veranstaltungen ins Leben zu rufen, aber die Konstanz und breite Resonanz des Wettbewerbs wurden nie erreicht“, resümierte der frühere Center-Manager Gerd Temporale, der die Aktion Jahrzehnte lang begleitet hat, während Claudia Graf als engagiertes Jurymitglied in der Doku Kunst im DonauEinkaufsZentrum 1967 – 2017 “ schrieb: „Unumstritten ist der positive Einfluss des künstlerischen Gestaltens auf die seelische und geistige Entwicklung. Die Teilnahme am Wettbewerb motiviert zu einer eigenständigen künstlerischen Tätigkeit ab dem Grundschulalter, in dem die Chancen für die kreative Entfaltung besonders groß sind. Er bietet jedem Jugendlichen die Möglichkeit, seine Arbeit öffentlich dort zu präsentieren, wo schon Werke weltberühmter Künstler wie Picasso, Munch, Barlach oder Flora gezeigt wurden – ein Erfolgserlebnis, welches Ansporn ist und zur Steigerung des Selbstbewusstseins wie des Interesses an der Kunst beiträgt…“

„Das Niveau der künstlerischen Arbeiten ist immer wieder frappierend und beweist, dass es nicht an Talenten an unseren Schulen mangelt. Wohl aber an einem ausreichenden zeitlichen Rahmen für die musische Bildung“, bringt Center-Geschäftsführer Thomas Zink ein zentrales, heute eher noch dringlicheres  Anliegen der Initiative auf den Punkt.  „Umso mehr müssen wir uns für den Einsatz der Kulturpolitik, der Kunsterzieher quer durch unsere Schullandschaft und nicht zuletzt der ehrenamtlichen Jury bedanken. Dies gilt ebenso für die Vereinigung der Kaufleute im Donau-Einkaufszentrum e. V. Sie hat – über das ideelle Engagement hinaus – die Veranstaltung über ein halbes Jahrhundert hinweg mit rund 750 000 Euro gefördert.“

Höchste Zeit also für ein eigenes Logo: Bei dem hierfür ausgeschriebenen Wettbewerb sicherten sich Annastasia Hochmuth (Q 12 am Albertus-Magnus-Gymnasium), Cleo Fleischer (Q 12 am Von-Müller-Gymnasium) und Emily Thürmel (8. Klasse der Montessori-Schule Regensburg) die ersten drei Plätze.

Insgesamt wurden 2018 rund 5000 Beiträge eingereicht. 1200 Arbeiten wählte die Jury bei mehreren Bewertungsrunden für die Präsentation vom 13. bis 30. Juni vor großem Publikum im Donau-Einkaufszentrum Regensburg aus. Besonders freuen können sich 163 Preisträger/-innen, deren Können mit Einkaufsgutscheinen und erstmals auch mit persönlichen Urkunden belohnt wird.

Mit welcher Energie und Phantasie viele ans Werk gehen, zeigt das für das Jubiläumsplakat ausgewählte Motiv von Johanna Mirl. Sie besucht die Klasse 1 c der Hermann-Zierer-Grundschule (Obertraubling), holte sich also schon im ersten Schuljahr diese besondere Anerkennung. Das passt ins Gesamtbild, denn die meisten ausgezeichneten Beiträge kommen aus den Klassen 1 – 4.

Zur Preisverleihung mit Rundgang durch die Ausstellung sprach Bürgermeister Jürgen Huber das Grußwort. Untermalt wurde das Finale von der Bigband des Albrecht-Altdorfer-Gymnasiums (Regensburg) und des Regental-Gymnasiums (Nittenau) unter Leitung von Barbara Vielberth-Bär.

 

Die Jury 2018:

Ludwig Bäuml, Vorsitzender Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Niederbayern/Oberpfalz Karin Cabarth, Kunsterzieherin, Staatliche Realschule Neutraubling Gisela Conrad, BBK Claudia Graf, Kunsterzieherin Verena Graf, Lehrerin, Mittelschule a. d. Weinbergstraße, Neumarkt Ulrike Heß, Kunsterzieherin, Von-Müller-Gymnasium Rosa Hutterer, StRin, Konrad-Mittelschule Julia Knorr, Fotografin Helmut Knyrim, Kunsterzieher, Galerist Franz Kreuzer, Kunsterzieher Ingrid Lachauer, StRin, Albert-Schweitzer-Realschule Maria Lindner, OstRätin, Gymnasium Neutraubling Maresa Müller, Kunstgeschichtlerin/Kunsterzieherin Elisabeth Neft, Kunsterzieherin Margaritha Ruckdäschel, Kunsterzieherin Dr. Herbert Schneidler Georg Tassev, BBK Gerd Temporale Peter Tezzele, Kunsterzieher Uta Weidinger Julia Wolff, Kunsterzieherin, Realschule Obertraubling Renate Zimmerer, Kunsterzieherin



„Der frühe Süden“ im verräterischen Spiegel des Fotografen Benno Hurt

16 04 2018

Italien-Motiv Benno Hurt

Rückblende in die 1970er Jahre bei einer etwas anderen „Dia-Schau“: Das Donau-Einkaufszentrum Regensburg hat eine Ausstellungstrilogie mit Fotos aus Italien und Griechenland eingeleitet

Es sind alltägliche, mal verräterische, mal versöhnliche Ansichten irgendwo zwischen Prüderie und Sexismus, zwischen Vitalität und Morbidität: „Die Aufnahmen entstanden in den Jahren von 1975 bis 1980 unter Verwendung von Diafilmen“, so der Regensburger Fotograf und Autor. „Fotografiert wurde mit einer Spiegelreflexkamera, bei der Blende, Zeit und Entfernung eingestellt werden mussten. Die aus Kostengründen beschränkte Anzahl von Diafilmen (je 36 Aufnahmen) führte zu einer bewussten Wahl der Motive. Die 24 x 36 mm großen Abschnitte waren für die Projektion bestimmt und konnten nicht bearbeitet werden. Dies erforderte ein exaktes Arbeiten…“

Neben seinen mit einem Tele aufgenommenen Bildern, die vor allem Personen darstellen, entwickelte der Fotograf seinen typischen „Weitwinkelstil“. Wobei es nicht um eine Ansammlung schöner, stimmungsvoller, aber letztlich beliebiger Motive ging. Mit kritischer Sympathie konstatiert Hurt in Italien die Widersprüchlichkeit, die sich auf Straßen, Plätzen, Häusern, Plakaten, in Landschaften offenbart. Der allgegenwärtige, zur Schau gestellte Sexismus, dem Prüderie und erzkatholische Gesinnung nur scheinbar entgegenstehen, wird zum Thema. Neonfarbene Plastikmüllsäcke vor Plakatwänden mit Todesanzeigen erst kürzlich Verstorbener; ein blutroter Samtvorhang, den man beiseiteschiebt, um in der „Macceleria“ Frischfleisch zu kaufen – man kann darin eine tiefere Bedeutung sehen oder einen leichtfertigen Umgang mit Symbolen. Die Folgeausstellung „Der frühe Süden – Italien“ im Kunstkabinett erlaubt aber auch versöhnliche Einsichten: Gardasee, Venedig, Toskana…

Schnitt: Nirgendwo haben sich Frauen, Männer und Kinder dem Fotografen freundlicher zugewandt als in Griechenland. Dabei sind sie oft umgeben von skelettierten Bauten, von denen man nicht weiß, ob sie gerade hochgezogen oder abgerissen werden. Vieles erscheint versehrt, doch die Menschen fühlen sich offensichtlich wohl. Ein Metalltor, durch das man normalerweise ein stattliches Anwesen betritt, steht in einer verlassenen Landschaft; eine Asphaltpiste, die in der extremen Hitze gelitten hat, grenzt übergangslos ans Meer, wo ein einsamer Sonnenschirm auf die Anwesenheit von Menschen hindeutet; Autos werden, um sie vor der Sonne zu schützen, mit weißen Tüchern zugedeckt; eine schwarz gekleidete, gekrümmte Frau hebt sich ab vom silbern glitzernden Meer…

Nicht wenige der Griechenland-Bilder waren in den 1980er Jahren in Foto- und Kunstmagazinen zu sehen. Konzeptionell zusammengestellt wurden sie nie. Um die Authentizität zu wahren, wurden die 30 bis 40 Jahre alten Fotografien lediglich retuschiert, um kleine Kratzer und Flecken auszugleichen.

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Die Ausstellungsreihe hat am 9. April mit einer Vernissage im Donau-Einkaufszentrum begonnen. Zu sehen sind die Bilder noch bis 21. April. Eine Vernissage im Kunstkabinett in Regensburg läuft seit 13. April, 20 Uhr (bis 15. Mai). Ab 24. April, werden zudem Griechenland-Motive im Restaurant „Leerer Beutel“ und dem Konzertsaal (Jazzclub) gezeigt. Diese Schau begleitet der Regensburger Arbeitskreis Film mit Aktionen.



Der Künstler Yosef Bakir formt im Donau-Einkaufszentrum fragile Figuren aus Sand

29 08 2017

Kunstvolle Arbeiten aus 28 Tonnen Sand

Rund um den anstehenden 50. Geburtstag des Donau-Einkaufszentrums in Regensburg tut sich viel im größten Shopping Center der Region Ostbayern. Wer im Sommerurlaub Sandburgen gebaut hat, kann jetzt beispielsweise dabei zusehen, was man aus 28 Tonnen Sand sonst noch zaubern kann.

Der Kölner Künstler Yosef Bakir, der sich international mit beeindruckenden Objekten aus Sand einen Namen gemacht hat, formt jetzt im Donau-Einkaufszentrum Regensburg vergängliche Skulpturen. Er beginnt seine Aktion am Glasaufzug (bei der Nordsee-Filiale) und wird in den kommenden Tagen immer wieder auch bei den Brunnen aus Stein und Bronzeaktiv sein  (jeweils 1. Flur). Es ist sicher nicht nur für Kinder faszinierend, ihm bei der Arbeit im „Sandkasten“ zuzusehen.

Bakirs Besuch ist Teil der Aktivitäten rund um den 50. Geburtstag des erfolgreichen Donau-Einkaufszentrums (rund 140 Anbieter auf 80 000 qm). Das Jubiläumsprogramm läuft über mehrere Wochen: So wird eine prominente Besucherin die überdimensionale Geburtstagstorte anschneiden und an die Gäste verteilen, das Team der Gebrüder Weisheit zu schwindelerregenden Balanceakten starten, oder eine Konzertreihe mit bekannten Acts über die Bühne gehen. Wobei vor allem die Tickets für Nena und die Spider Murphy Gang sehr gefragt waren. Die Termine aller Live-Shows findet man unter www.donaueinkaufszentrum.de.



Neues Photovoltaik-Kraftwerk über dem Donau-Einkaufszentrum Regensburg

2 05 2017

Das Photovoltaik-Kraftwerk über den Dächern des Donau-Einkaufszentrums Regensburg Foto Panasonic

„Es ist wirklich eine herausragende Anlage“, bescheinigt der Samos e. V. Die Fachleute des von der Stadt Regensburg unterstützten Solarfördervereins um den 2. Vorstand Wolfgang Wegmann  gratulierten dem Donau-Einkaufszentrum Regensburg angesichts des neu installierten Photovoltaik-Systems (PV/557 kW) auf der markanten Parkspindel dazu, „dass Sie diesen wirkungsvollen und vorbildlichen Schritt als Beitrag zu einer umweltfreundlichen Energieversorgung getan haben“.
Diese Anerkennung gilt neben dem Management um Thomas Zink nicht zuletzt dem Leiter der Haustechnik im rund 80 000 qm großen Center, Willi Blößl. Er ist von den Vorteilen der aktuellen PV-Technologie überzeugt – geschäftlich wie privat. Bei durchschnittlich 1030 Sonnenstunden pro Jahr im Regensburger Raum erwartet er, dass die Umwelt ebenso nachhaltig entlastet werden kann wie die interne Kostenbilanz. Der Techniker rechnet mit insgesamt 550 000 kWh für den Eigenverbrauch.
Während der Öffnungszeiten von 9.30 bis 20 Uhr an sechs Tagen pro Woche dürfte der aus der PV-Anlage in das interne Netz fließende Strom praktisch vollständig für Licht, Wärme oder Kühlung verbraucht werden. An betriebsfreien Sonn- und Feiertagen wird die überschüssige Energie über Wechselrichter in die Leitungen des regionalen Versorgers (REWAG) eingespeist und von diesem vergütet. Bereits in der Übergangszeit zum Frühjahr wurden laut Blößl trotz eher ungünstiger Wetter- und Lichtverhältnisse im Mittel Leistungswerte von 240 kW generiert.
Realisiert wurde das PV-System mit integriertem Blitz- bzw. Überspannungsschutz sowie SMA-Wechselrichter hoch über der Stadt. Exakt 2144 Panasonic-Module mit einer Leistung von jeweils 260 Watt montierten Spezialisten auf die neue Überdachung der sechsten Ebene des Center-Parkhauses Nord. Bei 1,66 qm pro PV-Modul ergeben sich Gesamtflächen von 3430 qm.
Dank der Investition von mehr als einer Million Euro können Kunden noch komfortabler shoppen und zugleich davon ausgehen, dass auf den Ladenstraßen zu 140 Shops (indirekt) fast immer die Sonne scheint. Damit schließt sich ein Kreis: Schon bei der erfolgreichen Eröffnung vor 50 Jahren hatte das Pionierprojekt Donau-Einkaufszentrum mit dem Slogan geworben: „Immer Sonnenschein im Laden.

www.donaueinkaufszentrum.de



Donau-Einkaufszentrum feiert Geburtstag: Eine Erfolgsgeschichte – Fortsetzung folgt

3 04 2017

1967 Blick auf das zentrale Bürogebäude

Hier konnte man den Wandel der Handelslandschaft seit der Wirtschaftswunder-Ära „live“ erleben: 1967 eröffnete in Blickweite des Regensburger Welterbes ein innovatives Projekt: das Donau-Einkaufszentrum. Es hat Platz für großflächige Super- oder Fachmärkte in der Nachbarschaft des bunten Mittelstands geschaffen und die Zentralität der einstigen Reichsstadt entscheidend erhöht.  Zugleich entwickelte sich der moderne „Marktplatz“ zum Trendsetter für den Erlebniseinkauf. 50 Jahre nach der Premiere gibt es also gute Gründe zum Feiern, zumal das Haus mit jedem Geburtstag jünger geworden ist. So stuft der deutsche Shopping Center-Report 2016 das Donau-Einkaufszentrum einmal mehr in der Top-Liga ein.

Schon in den kommenden Wochen bedankt sich das Management mit Aktionen für die Treue der Kunden. Rund um den offiziellen Geburtstag (14. September) sollen dann Legenden wie Nazareth, Bonnie Tyler, Uriah Heep und die Spider Murphy Gang spielen. Hier einige Kapitel der Erfolgsstory:

o Mitte der 1960er Jahre wagte Dr. Johann Vielberth mit dem Donau-Einkaufszentrum ein Pionierprojekt: Das zweigeschossige, klimatisierte Shopping Center in Regensburg (damals 125.300 Bürger) zählte zu den ersten dieser Art in der kontinentaleuropäischen Handelswelt.

o Die Grundstücksverhandlungen mit rund 50 Eigentümern in Regensburg-Weichs dauerten gut ein Jahr. Wobei das Vorhaben Landwirten, Gärtnern und Immobilienbesitzern zusätzliche Perspektiven eröffnete, da sich der traditionelle Rettich-Anbau kaum mehr lohnte.

o Nach dem „Wirtschaftswunder“ kam der zunehmend mobilen Konsumgesellschaft ein zweiter Marktplatz nahe der Altstadt entgegen. Am nördlichen Fuß der Nibelungenbrücke verliefen wichtige Buslinien. Zugleich entstanden Hauptverkehrstrassen zum Autobahn-Netz.

o Anregungen holte sich der Bauherr beim US-Architekten Victor Gruen, der zeitgleich ein (noch bestehendes) Center bei Philadelphia plante. Mit dem Regensburger Architekten Manfred Rappel skizzierte Dr. Vielberth dann sein Modell für den mittelständisch geprägten Handel in Deutschland.

o Ab 15. April 1966 legte die ARGE Aukofer, Klug, Riepl und Tausendpfund die Fundamente. Zur Schonung des Grundwassers verzichtete man auf eine Unterkellerung. Vom 20. Juli an montierten sieben Mann Betonfertigteile von Hochtief für den ersten Bauabschnitt (ca. 24.000 qm).

o Im November 1966 wurde Richtfest gefeiert. Mit regionalen Analysen ermittelte der junge Volkswirt die Umsatzpotenziale für Kernsortimente und leitete anhand branchentypischer Umsätze je qm tragfähige Ladengrößen ab. Daran orientierte er sich konsequent bei der Vermietung.

o Die Ladenstraßen waren anfangs 100 m lang und bis zu 17,5 m breit. Damit boten sie auch für Veranstaltungen reichlich Platz. Alle Geschäfte ordneten ihre Türen und Schaufenster nach innen an. Die wetter- und lärmgeschützte „Mall“ wurde mit Bänken, Brunnen, Pflanzen und Kunst ausgestattet.

o An zentralen Punkten etablierten sich führende Adressen. So sprach ein Quelle-Warenhaus am nördlichen Ende Kunden an, während sich „co op“ (Möbel-Discount) südlich an der „Flanierstraße“ ansiedelte. Auch Woolworth baute auf den Center-Slogan „Immer Sonnenschein im Laden“.

o Neue Handelsformen fanden so außerhalb des Welterbes Platz. Autogerechte Durchbrüche im größten mittelalterlichen Stadtkern Deutschlands – z. B. vom Dom zum Haidplatz – unterblieben. Der frühere Kulturdezernent Dr. Boll: „Das Donau-Einkaufszentrum hat die Altstadt vor zerstörerischen Eingriffen bewahrt.“

o Am 14. September 1967 eroberten Kunden aus ganz Ostbayern die Konsum-Landschaft im Sturm: Auf den weitläufigen Parkplätzen standen Käfer und Kadett dicht an dicht. Der Erfolg vom Start weg führte zur raschen Belegung noch verfügbarer Flächen und permanenter Vollvermietung.

o Mit Ausstellungen uvm. war das Donau-Einkaufszentrum ein Trendsetter für den Erlebniseinkauf, mit dem sich heute der stationäre Handel vom E-Commerce abzuheben sucht. Kunden „näherten sich mit der Einkaufstüte in der Hand der Kunst“: Braque, Dali, Hundertwasser, Munch, Picasso…

o Während Skeptiker dem Projekt noch einen raschen Niedergang prophezeiten, liefen bereits Planungen für die Erweiterung an. Die „heiße” Phase folgte ab Januar 1973: Mit Investitionen von 24 Millionen Euro übertraf der zweite Bauabschnitt den ersten um fast 100 Prozent.

o Die genutzte Grundstücksfläche erreichte 105.000 qm, die vermietete Fläche 49.827 und die reine Verkaufsfläche 31.440 qm. An den Ladenstraßen fanden 25 Adressen zusätzlich Platz. Hinzu kam nicht zuletzt eine Kaufhof-Filiale als weiterer Kunden-Magnet.

o Nach der ersten Ölkrise 1973 mit explodierenden Benzinpreisen, autofreien Sonntagen und leergefegten Autobahnen flossen verstärkt Umweltaspekte ein. Die ohnehin begrünten Parkplätze am Center wurden mit mehr als 150 Alleebäumen (Eichen, Platanen, Linden, Ahorn), Büschen und Blumen weiter aufgewertet.

o Von 1978 bis 1980 entstand die „Dominante“ mit getönter Spiegelglasfassade zur Nordgaustraße hin (7930 qm für Verkauf und 3850 qm für Büros/Praxen). Die erstmals dreigeschossige Mall aus Stahl und Glas erlaubte einen Bummel über 500 Meter. 1983 folgte das Parkdeck Süd (1200 Pkw).

o In den 80er Jahren gewann die alte Stadt weiter an Dynamik. Die Uni, qualifizierte Arbeitskräfte, der Wohn-/Freizeitwert und die aufgewertete Infrastruktur überzeugten Weltfirmen wie BMW und Siemens. Die Stadt zählte nun  140.000 Bürger; im engeren Einzugsgebiet lebten 750.000.

o 1990 umfasste die Gesamtfläche 63.000 qm. C & A bereicherte den Mix und die Zahl der Beschäftigten reichte je nach Saison bis zu 2000. Zukunftsanalysen mündeten 1997/98 in neuerliche Investitionen, wobei sich mit dem Ende des Hertie-Vertrags ein neues Gesamtkonzept anbot.

o Vier Warenhaus-Etagen wurden in differenzierte Ladenstraßen umgebaut (Märkte, Shops, Gastro). Parallel erfolgte im laufenden Betrieb und in Nachtschichten die durchgehende Renovierung. Geschliffene Granitböden, Lichteffekte, Edelstahl, Holz und Glas erzeugten einen frischen Look.

o Im Nordwesten dockte ein Neubau (13.000 qm) mit drei Verkaufs- unter drei Parkebenen an. Über eine Parkspindel konnten Autos die Decks (600 Pkw-Stellplätze) begegnungsfrei erreichen bzw. verlassen. Durch ein großzügiges Atrium führten Rolltreppen und ein Panorama-Lift zur Mall.

o Das International Council of Shopping Centers prämierte die Entwicklungsstrategie als vorbildlich. Dass es nie nur um Quantität ging, hatten zuvor bereits der Jean-Louis Solal Award (1992/93) zum 25-jährigen und 1995 der European Marketing Award (für den regionalen Malwettbewerb) belegt.

o Um im dritten Jahrtausend auf Erfolgskurs zu bleiben, nutzte man die Spielräume im kommunalen „Rahmenkonzept für die Entwicklung des Einzelhandels” (1997). Das Szenario sah für das Center mit seiner überregionalen Strahlkraft bis 2005 Verkaufsflächen von rund 55.000 qm vor.

o Im Dialog mit der Stadt (heute 163.000 Bürger) entstanden Ausbaupläne für den Südbereich. Ein mit einem Lichthof angebundener Neubau (7000 qm) bot ab 2003 Platz für Güter des langfristigen Bedarfs mit überregionaler Attraktivität. Über „Saturn“ (Elektronik) startete der Fitness-Club „Die Insel“.

o Am Schnittpunkt mit der neuen Nibelungenbrücke/Nordgaustraße führten die Center-Betreiber den Verkehr nun kreuzungsfrei durch eine Untertunnelung. Zugleich wurde die Holzgartenstraße zur Donau hin verlagert und mit breiten Grünzügen (bis 30 m) abgeschirmt.

o Die Ladenstraßen im Inneren wurden laufend gezielt aufgewertet: mit aktualisierten Sortimenten, attraktiven Portalen und Schaufensterfronten sowie energiesparenden Lichtkonzepten. Die Zahl der Magneten auf insgesamt 80.000 qm für um die 40.000 Besucher an frequentierten Tagen ist größer denn je.

o Praktisch alle Angebote waren barrierefrei erreichbar. Als erstes Haus in Bayern wurde das Donau-Einkaufszentrum Regensburg 2011 mit dem vom Handelsverband Deutschland (HDE) geschaffenen Gütesiegel „Generationenfreundliches Einkaufen“ ausgezeichnet.

o 2016 wurden die Plätze auf der Ebene 6 der Parkspindel überdacht, um Kunden einen noch komfortableren Zugang zu ermöglichen. Neu installierte Photovoltaik-Module (ca. 570 kW) speisten regenerative Energie ins Center-Netz ein und trugen zu überschaubaren Betriebskosten bei.

o Die nachhaltige Philosophie der Gründergeneration wird vom heutigen Management der DV Immobilien Gruppe – Christian Bretthauer, Dr. Lothar Koniarski und Ingrid Zimmerer – ebenso gelebt wie vom Center-Team um Geschäftsführer Thomas Zink und Katharina Spitzner.

o Trotz des vom E-Commerce verschärften Wettbewerbs konnte das Donau-Einkaufszentrum seine Position festigen: Im Vergleich von 400 Häusern („Immobilien-Zeitung“) platzierten Handelsketten das Haus 2016 einmal mehr in der „Bundesliga“. Note: 1,95.

2016 Überdachung der 6. Parkebene



Eine Eins vor dem Komma für das Brücken-Center und das Donau-Einkaufszentrum

3 11 2016

Zum sechsten Mal ist im Herbst 2016 der „Shopping Center Performance Report (SCPR)“ erschienen. Das Ranking der „Immobilien-Zeitung“ (IZ) und der Consulting-Gesellschaft „Ecostra“ bezieht immer mehr Einkaufszentren in Deutschland ein. Diesmal wurden rund 400 gelistet. Basis sind Angaben von Handelsketten, die an mehreren Standorten vertreten sind und so deren Attraktivität objektiver vergleichen können als Einzelmieter.  Zwar war erstmals auch die architektonische Qualität ein Thema, doch für die Platzierung der Häuser wurden nur Frequenz- und Umsatzdaten berücksichtigt.

Aus Sicht der DV Immobilien Gruppe (Hauptsitz Regensburg), die im Eigenstand große Business Parks, Einkaufszentren und Rastparks entwickelt, war die Tendenz wieder durchweg positiv: Sowohl das Brücken-Center Ansbach als auch das Donau-Einkaufszentrum Regensburg, das 2017 sein 50-jähriges Jubiläum feiern kann und damit zu den Pionierprojekten in Europas Handelslandschaft zählt, halten sich seit Jahren in der deutschen Spitzengruppe.

Ebenso gute wie aussagekräftige Noten

Das BCA hat sich heuer sogar sprunghaft auf den 19. Platz (1,92) verbessert, wobei mit zwölf Beurteilungen eine solide Datenbasis gegeben war. Offensichtlich lohnen sich die nachhaltigen Investitionen in die Qualität, beispielsweise die Integration des neuen Modehauses TC Buckenmaier, das mit seiner anspruchsvollen Marken-Präsentation zusätzliche Kunden anzieht. Eine weiter steigende Akzeptanz verspricht zudem die aktuelle Aufwertung der jetzt mit einem lichten Glasdach weitgehend wettergeschützten Außenpassage mit Fachgeschäften bzw. -märkten, neuen Gastronomie- sowie Kinderspiel-Zonen.

Mit einer ebenso überdurchschnittlichen Bewertung von 1,95 Punkten folgt dichtauf das Donau-Einkaufszentrum Regensburg auf Rang 21, wobei eine weitere Passage aus dem „Report 2016“ interessant ist:  Mit Blick auf die oftmals nur einstellige Zahl an Bewertungen argumentieren die Analysten: „Wem fünf Mieter-Noten zu wenig sind, um die Performance eines Einkaufszentrums zu beurteilen, der sollte sich jene Center ansehen, die von mindestens 20 Mietern bewertet wurden. Hier steht das „breuningerland“  (Sindelfingen) oben – gefolgt vom Donau-Einkaufszentrum…“

Mehr Neueröffnungen als Schließungen geplant

Bemerkenswert ist nicht zuletzt folgende Feststellung der „Immobilien-.Zeitung“: „Es zeigte sich auch, dass der filialisierte Handel trotz der Herausforderung durch den E-Commerce unverändert expansiv eingestellt ist. Die SCPR-Teilnehmer wollen innerhalb der kommenden zwölf Monate 1084 Geschäfte eröffnen, aber nur 474 schließen…“

www.bc-ansbach.de

www.donaueinkaufszentrum.de

 



Der neue Business Campus Newsletter “netzwerk” ist da!

18 07 2016

Business Campus netzwerk Juli 2016Infos, Meinungen, Trends… Alles was in und rund um den Business Campus München : Garching geschieht, nachzulesen im aktuellen Newsletter “netzwerk” (Ausgabe 12 / Juli 2016)!



Endspurt für Meldung zum Rückenwindlauf

18 07 2016

Anmeldeendspurt zum Rückenwindlauf im Business Campus GarchingWer noch dabei sein möchte, muss schnell sein: Maximal 1000 Startnummern werden für den Rückenwindlauf 2016 am Sonntag, 31. Juli, in Garching vergeben und das Interesse ist groß. Bis zum 24. Juli, 24 Uhr, bleibt die Online-Anmeldung für die Benefiz-Veranstaltung rund um den Business Campus München : Garching freigeschaltet (Startgebühr 19 Euro). Danach ist – mit etwas Glück – allenfalls noch die Nachmeldung am 31. Juli bis 9 Uhr direkt am Parkring möglich. Für diese „Last-Minute-Registrierung“ fallen 29 Euro an, wobei bekanntlich aus allen Startgebühren und den Sponsoring-Überschüssen engagierter Firmen, Spenden an die Initiative krebskranke Kinder München e. V. weitergeleitet werden. Die Teilnahme macht also nicht nur Spaß, sondern mit Blick auf die eigene Gesundheit wie das soziale Ziel, sogar doppelt Sinn. Parallel zum Rückenwindlauf wird wie immer ein unterhaltsames Rahmenprogramm für Aktive und Gäste arrangiert.
www.rueckenwindlauf.de



Business Campus München : Garching. Der Film.

10 09 2015

Alle, die einen Standort in der Wirtschaftsregion München suchen, im Norden der City, in einem modernen Büro- und Dienstleistungspark, sind hier am Ziel.
Hier finden sie Flächen mit individuellen Raumlösungen, gruppiert um Grün- und Wasseranlagen, mit einem erfolgreichen Campus Management aus einer Hand. Business Campus München : Garching. Der Standort.



Große Umfrage zu Wohnen, Arbeiten und Mobilität der TU München

14 01 2015

WAS IST MIR WICHTIG? WIE WILL ICH LEBEN? WIE WILL ICH WOHNEN? WO WILL ICH ARBEITEN? WELCHES VERKEHRSMITTEL IST MIR AM WICHTIGSTEN? Solche Fragen beschäftigen alle – besonders in der Region München mit ihrer Wohnungsknappheit und den stark belasteten Verkehrssystemen.

Die TU München hat es sich nun mit Ihrer großen Umfrage „Wohnen, Arbeiten, Mobilität in der Metropolregion München“ zur Aufgabe gemacht, Antworten und Lösungen zu finden.
Damit wir unsere Städte und Gemeinden so planen, wie Sie leben möchten, bitten wir Sie um die Teilnahme an der großen Studie der TU München (und gewinnen Sie eines von 10 iPad mini!).

Hier geht’s direkt zur Umfrage: www.wam.tum.de

Das Video von münchen.tv zum offiziellen Auftakt der Umfrage Sie hier:
http://www.muenchen.tv/mediathek/video/tum-studie-wie-wollen-wir-leben/#.VLZ8G7hBW5c.facebook