Neues im Norden

3 11 2010

Die Süddeutsche Zeitung schreibt am Freitag, 29.10.2010:

Der Business-Campus in Garching bei München wächst. Weiter hohe Nachfrage bei Geschäftsflächen

Die Technische Universität München mit ihren internationalen Netzwerken macht den Standort Garching besonders attraktiv für Technologiefirmen. Das wirkt sich natürlich auch auf den Immobilienmarkt aus. Gerade ist auf dem Campus der Grundstein für ein weiteres Projekt gelegt worden. Damit entsteht ein fünfter Gebäudekomplex mit einem Flächenangebot von 30.000 Quadratmetern Mietflächen. Die Vermietung ist bereits in vollem Gange: „Wir verhandeln derzeit über 10.000 Quadratmeter“, sagt Michael Blaschek, Geschäftsführer der Business Campus Management GmbH; Anfragen in ähnlichen Dimensionen sondiere man.

Mitte 2012 sollen die ersten Mieter im siebengeschossigen Neubau „den Fernblick über die Allianz-Arena und andere Münchner Wahrzeichen bis in die Alpen genießen können“, heißt es in der Pressemitteilung. Das architektonische Modell sei „eine Weiterentwicklung des bewährten Büroensembles an der großzügigen Wasserlandschaft“, sagt Lothar Koniarski von der Geschäftsführung der Verwaltungsgesellschaft Dr. Vielberth, die noch andere Business-Standorte betreut.
„Der Baukörper ist so angelegt, dass wir jede Art von Büroflächenzuschnitt realisieren können“, erklärt Koniarski, „vom klassischen Einzelbüro über Kombikonzepte bis hin zu Großraumgrundrissen.“ Je nach den Vorstellungen der Mieter seien Raumaufteilungen von 150 bis zu 4300 Quadratmetern auf einer Ebene möglich, auf Wunsch auch bis zu 9000 Quadratmetern in eigenen, abgeschlossenen Bauteil für Großkunden. Bei entsprechender Vorlaufzeit seien auch „repräsentative Geschäftsgebäude mit typischer Corporate Identity“ machbar, ergänzt Michael Blaschek. Diverse Annehmlichkeiten für Beschäftigte und Besucher sowie die gute Infrastruktur sollen die Mieter überzeugen – Blaschek schwärmt von großzügigen Eingangsbereichen, Aufzügen und teilweise öffentlich zugänglichen Dachterrassen. Zudem könnten die Räume gekühlt werden. Zum Nahversorgungszentrum, das derzeit ebenfalls auf dem Areal entsteht, oder zur Fußgängerunterführung in Richtung U-Bahn-Station seien es nur wenige Meter. Auch ein Parkhaus mit 1000 Stellplätzen soll entstehen, zudem sind 150 Tiefgaragenstellplätze geplant.
Das jüngste Investment der Unternehmensgruppe Vielberth begründet Blaschek mit der positiven Geschäftssituation: „Wir reagieren auf die anhaltende Nachfrage und bauen Reserven für weitere Ansiedlungen auf.“ Auch Koniarski ist optimistisch: „Wir tätigen dies Investitionen deswegen, weil wir in unser Konzept und in den Standort großes Vertrauen haben. Anzunehmen ist, dass die Vorteile, die bislang schon 55 Firmen überzeugt haben, auch weiterhin erfolgversprechend sind“, sagte er bei der Grundsteinlegung für das Büro-Ensemble.
Blaschek beobachtet, dass viele Unternehmen nach der globalen Finanzkrise interne Abläufe kritischer denn je analysierten und sich noch stringenter organisieren und positionieren würden. Das jedenfalls entnehme das Team am Ort den laufenden Beratungsgesprächen. Auch günstige Gewerbesteuerhebesätze rücken dabei in den Fokus – in Garching liegen sie bei 350 Punkten. Zudem punkte der Business Campus mit seiner Lage zwischen City und Flughafen, den Nahverkehrssystemen und der doppelten Autobahnanbindung.
Die Mieter im Business Campus kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen, darunter Automotive, Consulting ,Finanzen, Freizeit und Sport, IT, Medien und Wissenschaft. So mietete die bereits am Parkring präsente Technische Universität München (TUM) weitere 1700 Quadratmeter an. Auf insgesamt 1800 Quadratmeter expandierte das Navigationstechnikunternehmen Harman Becker , das Joachim Milberg Institut für Produktion und Logistik (ifp)  sicherte sich 750 Quadratmeter. Und Amer Sports etabliert auf mehr als 5000 Quadratmetern seine Europa-Zentrale. Der Pharma-Versand Vitadirect wird 900 Quadratmeter nutzen. Garchings Erste Bürgermeisterin Hannelore Gabor und Landrätin Johanna Rumschöttel sind sich einig, dass speziell das Nahversorgungszentrum nach seiner Fertigstellung ein Anlaufpunkt für viele Garchinger Bürger, Beschäftigte aus Hochbrück, aber auch für U-Bahnnutzer sein werde.
Wenn die aktuelle Bauphase abgeschlossen ist, werden im Garchinger Business Campus 100 000 Quadratmeter Geschossfläche zur Verfügung stehen. Das ist erst knapp die Hälfte der geplanten Parkfläche. Insgesamt soll der Campus sich dereinst über 230 000 Quadratmeter ausbreiten. Zug um Zug soll sich der Standort mit mehreren tausend Arbeitsplätzen zum städtebaulichen Bindeglied zwischen dem Wohn- beziehungsweise Gewerbegebiet Hochbrück, dem Stadtkern und dem Forschungsgelände entwickeln.